Ausgangssituation
Hoher wirtschaftlicher Schaden
Die betriebs- und volkswirtschaftlichen Schäden, die in Deutschland durch Unternehmensinsolvenzen entstehen, sind viel zu hoch. Allein die jährlichen Forderungsausfälle von etwa 50 Milliarden Euro bewegen sich in der Größenordnung der jährlichen Neuverschuldung des Bundes. Die indirekten volkswirtschaftlichen Kosten werden auf unglaubliche 150 Milliarden Eurogeschätzt. Sie haben damit ein Volumen erreicht, das der Hälfte aller Steuereinnahmen des Bundes in 2010 entspricht. Die Folgen sind für alle Unternehmen von gravierender und teilweise existentieller Bedeutung. Dies gilt insbesondere für den Mittelstand, die Sozialversicherungssysteme, den Fiskus und für alle nicht gesicherten Gläubiger.
Schlechte Quoten für Gläubiger
Mehr als zehn Jahre nach der Insolvenzrechtsreform 1999 ist die Befriedigungsquote für Insolvenzgläubiger gegenüber der alten Konkursordnung nicht gestiegen. Sie verharrt durchschnittlich bei weniger als 5 %. In 63 % aller Verfahren hingegen kommt es erst gar nicht zu einer Quote. In Anbetracht dieser Tatsache melden viele Gläubiger ihre Forderungen nicht mehr an und nehmen auch im Verfahren ihre Rechte nicht wahr. Zu dieser negativen Entwicklung trägt auch ein verspätetes Antragsverhalten der Krisenunternehmen bei, zumal es an wirklich guten Anreizen für eine frühzeitige Antragstellung fehlt. Dazu trägt aber auch die Stigmatisierung der Insolvenz als Ende eine Unternehmens, statt als letzte Chance bei.
Intransparente Insolvenzverfahren
Der Insolvenzprozess ist trotz des hochentwickelten Insolvenzrechts in Deutschland völlig intransparent, denn er findet weitgehend ohne Beteiligung der Gläubiger statt, obwohl es um deren Geld geht. Die wirklichen Ursachen hierfür liegen in signifikanten Verfahrensschwächen. Die wesentlichen Entscheidungen fallen in den ersten 3 Wochen, während eine organisierte Beteiligung der Gläubiger erst nach 4 bis 5 Monaten stattfindet. Dies hat einen faktischen Ausschluss der Gläubiger von den maßgeblichen wirtschaftlichen Entscheidungen zur Folge.
Zu wenige Unternehmenssanierungen
Darüber hinaus wird der "Sanierungsgedanke" als zentraler Schlüssel zur Schadensreduzierung außerhalb und innerhalb der gerichtlichen Insolvenz viel zu wenig praktiziert. Wenn es aber mit den Mitteln des Insolvenzrechts gelingt, erhaltenswerte Unternehmen langfristig im Markt zu erhalten, können sich die Schäden für die Gläubiger und die Volkswirtschaft entscheidend reduzieren. So bleiben Arbeitsplätze erhalten und Beitrags- wie Steuerzahler werden entlastet.
Zahlen und Fakten
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Forderungsausfälle:
Gesamtschaden:
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Schäden 2009:
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Insolvenzverfahren:
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